14.03.17: Türkische Wahl: Schikanen gegen kurdische Menschen

"Klar unterschreibe ich für die Wahlzulassung eures Kandidaten", so der junge kurdische Arbeiter, den ich zu Hause besuchte. Schnell bekomme ich mehrere Unterschriften aus dem Haushalt für den Direktkandidaten der Internationalistischen Liste/MLPD in Gladbeck. Als ich ihn auf das Referendum in der Türkei ansprach – er hat eine doppelte Staatsbürgerschaft – berichtet er mir folgendes:

Bei der letzten Wahl in der Türkei musste er nach Berlin fahren, um seine Stimme abgeben zu können. Das türkische Konsulat hier in Essen hat seine Stimme nicht angenommen und ihn nach Berlin geschickt. Luftlinie immerhin 520 km. Für Arbeiterinnen und Arbeiter auch ein finanzielles und zeitliches Problem.

Kein Einzelfall: Mit mehreren kurdischen Leuten fuhren sie nach Berlin, um HDP zu wählen. Ein Bekannter von ihnen sollte sogar nach Frankreich, um wählen zu dürfen. Auffällig ist, dass von solchen Schikanen überwiegend Menschen aus den kurdischen Gebieten der Türkei betroffen sind. An Zufall glaubt hier niemand. Der Kollege ist gespannt, ob und wie es ihm gelingt, bei der bevorstehenden Volksabstimmung mit „Hayir“ zu stimmen – also mit Nein zur Erdogans Ermächtigungsgesetz.

Der Bündnisrat des Internationalistischen Bündnisses ruft wie viele andere dazu auf, beim Referendum in der Türkei mit Hayir/Nein zu stimmen und hat dazu eine Resolution verabschiedet. Ein dazu gestaltetes Flugblatt kann man hier herunterladen.

Die Rote Fahne Redaktion bittet Leserinnen und Leser, die von ähnlichen Schikanen erfahren, uns zu informieren.

MLPD München