MLPD München: "Nein" zu Olympia
Arbeiterolympiade, Bei den zweiten, den Wiener Spielen von 1931 nahmen 25.000 Sportler teil. (Bild: gemeinfrei, Umzug zur Eröffnung der Spiele 1931)
Doch hinter diesem begeisternden Event steht knallhartes Business und Geschäftemacherei vor allem durch das IOC aber auch durch andere Sponsoren und die Sportindustrie. Insbesondere die Bauindustrie hat ein großes Interesse daran, dass diese Spiele in München stattfinden, verspricht es doch Milliardenprofite durch den Neubau von Stadien und Wohnungen im olympischen Dorf.
Die Befürworter werben für München als Stadt in der die Spiele stattfinden können weil es besonders nachhaltig sei. Vorhandene Sportstätten könnten genutzt werden und es werden besondere Investitionen in die Infrastruktur getätigt. Auch der knappe Wohnraum soll ausgeweitet werden durch den Bau des olympischen Dorfes.
Diese Versprechen gab es auch bei früheren Spielen. Schon bei den olympischen Spielen 2032 – Brisbane – wurde versprochen vorhandene Sportstätten zu nutzen. Kurzfristig wurde Brisbane vom IOC dann doch gezwungen ein neues Stadion zu bauen, entgegen der Vereinbarung. Das kommt auf München auch zu. Der Bau des olympischen Dorfes soll die angespannte Wohnraumsituation in München entspannen. Selbiges wurde bei den Spielen 2024 in Paris versprochen. Hier sollten die Wohnungen des olympischen Dorfes in Sozialwohnungen umgewandelt werden. Doch Wohnungsbaukonzerne wollen jetzt mit den Wohnungen Maximalprofit machen. Damit sorgen die neuen Wohnungen entgegen der Versprechungen sogar für einen Anstieg der Mietpreise, da die Neubauten teurer angeboten werden als die ortsübliche Vergleichsmiete. Auch sonstige Lebenshaltungskosten steigen vor, während und nach den Spielen. Für die olympischen Spiele wird eine Milliardeninvestition notwendig sein. Konservativ gerechnet sind es mindestens 10 Milliarden Euro. Bis 2030 ist die Stadt München laut aktuellen Prognosen bereits um über 10 Milliarden Euro verschuldet. Die Einnahmen während der olympischen Spiele kommen großteils den Sponsoren zu gute und werden nicht zur Refinanzierung dieser Gelder verwendet. Das IOC verlangt vom Ausrichterland sogar Steuerfreiheit wodurch kein einziger Euro der durch das IOC umgesetzten Gelder der Stadt oder den Menschen im Land zu Gute kommt.
Wir begrüßen den Ausbau der Infrastruktur, v.a. für einen öffentlichen und kostenlosen Nahverkehr, in München, aber nicht gekoppelt an ein ökologisch unsinniges Großprojekt, zu dem die Olympischen Spiele leider immer mehr verkommen. . Wo Infrastruktur-Investitionen versickern zeigt nicht zuletzt der Bau der zweiten Stammstrecke. Dieses Bauprojekt schickt sich an in einer Reihe mit Stuttgart21 oder dem Flughafen BER genannt werden zu können. Im Interesse der großen Bau- und Immobilienkonzerne wird hier ein Großprojekt umgesetzt wo es doch ausgearbeitete Konzepte gibt wie der öffentliche Nahverkehr in München strukturiert werden kann ohne die zweite Stammstrecke zu benötigen was viel Zeit und Geld sparen würde.
Die Idee der Spiele ist sehr wohl zu verteidigen aber unter diesen Umständen ist die Ausrichtung der Spiele vor allem eine Subvention der Bauindustrie und verschlechtert die Situation der Arbeiter und Masse in München.
Deshalb ruft die MLPD Bayern dazu auf bei der Abstimmung mit „Nein“ zu stimmen!
Stellungnahme der MLPD zu der Bewerbung der Stadt München für die olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044
